Die PIA M ist ein passiv getrennter 3-Wege-Zeilenlautsprecher, der für Anwendungen entwickelt wurde, bei denen eine gezielte Steuerung der Schallverteilung sowie eine anpassbare Systemcharakteristik erforderlich ist. Im Gegensatz zu klassischen Punktstrahlern oder starren Line-Array-Elementen bietet dieses System mehrere mechanische und akustische Anpassungsmöglichkeiten, die direkt am Lautsprecher umgesetzt werden können.
Die Treiberkonfiguration besteht aus vier 4-Zoll-Tieftontreibern, zwei 4-Zoll-Mitteltontreibern sowie vier 0.75-Zoll-Kompressionstreibern im Hochtonbereich. Die Mitteltontreiber sind in einer kardioid ausgelegten Kammer angeordnet, während die Tieftoneinheit zwischen zwei Betriebsarten umgeschaltet werden kann: Bassreflex oder Kardioid. Diese Umschaltbarkeit ist ein zentrales funktionales Merkmal des Systems.
Im Bassreflexmodus wird die untere Grenzfrequenz auf bis zu 85 Hz erweitert, wodurch sich der Lautsprecher auch für Anwendungen eignet, bei denen neben Sprachübertragung eine erweiterte Musikwiedergabe erforderlich ist. Im Kardioidmodus hingegen liegt der Fokus auf der Richtwirkung im Tieftonbereich. Hier wird eine rückwärtige Dämpfung von über 10 dB erreicht, was insbesondere in akustisch sensiblen Umgebungen oder bei gerichteter Beschallung von Vorteil ist.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des Systems ist das adaptive Hochtonarray. Dieses ist mechanisch verstellbar und kann in drei definierten Konfigurationen betrieben werden: „straight“, „narrow“ und „wide“. Daraus ergeben sich vertikale Öffnungswinkel von 5°, 15° oder 25°. Durch diese Anpassung lässt sich die vertikale Schallverteilung gezielt auf die jeweilige Anwendung abstimmen. Eine schmale Einstellung ermöglicht beispielsweise eine größere Wurfweite von bis zu 25 Metern, während breitere Einstellungen eine gleichmäßigere Nahfeldabdeckung erlauben.
Der horizontale Abstrahlwinkel bleibt dabei konstant bei 100°, wodurch eine gleichmäßige Abdeckung über die Breite gewährleistet wird. Die Kombination aus konstanter horizontaler und variabler vertikaler Abstrahlung ermöglicht eine präzise Anpassung an unterschiedliche Raumgeometrien und Publikumsbereiche, ohne dass zusätzliche Lautsprechersysteme erforderlich sind.
Die interne Signalverarbeitung erfolgt über eine passive Frequenztrennung mit zusätzlicher aktiver Entzerrung eines Weges. Für den Betrieb sind entsprechend abgestimmte Verstärkersysteme vorgesehen, darunter Modelle der K&F PLM+ Serie, der D-Serie sowie die IPX 1200 und IPX 2400. Die Nennbelastbarkeit liegt bei 150 Watt, während das System kurzzeitig bis zu 650 Watt (Peak) verarbeiten kann.
Das Gehäuse der PIA M besteht aus Birken-Multiplex und ist mit einer hochfesten Strukturlackierung versehen. Die Konstruktion wird durch metallische Elemente an Deckel, Boden und Rückseite ergänzt, die sowohl strukturelle als auch gestalterische Funktionen erfüllen. Die Lautsprecherfront ist durch ein Metallgitter geschützt, hinter dem sich blickdichter Akustikschaum befindet. Diese Bauweise sorgt für eine geschlossene und reduzierte Optik ohne sichtbare technische Elemente.
Für die mechanische Integration stehen mehrere Befestigungspunkte zur Verfügung. Insgesamt sind M10-Gewindeeinsätze an Ober- und Unterseite sowie an der Rückwand vorhanden. Diese ermöglichen die Montage über TV-Zapfen, Stativadapter, Schellen oder Ringösen. Zusätzlich ist ein spezieller Wandhalter verfügbar, der verdeckt integriert werden kann und somit eine optisch zurückhaltende Installation erlaubt.
Die Anschlusssektion ist rückseitig eingelassen und umfasst sowohl speakON NL4-Anschlüsse als auch eine Phoenix-Schraubklemme. Diese Kombination ermöglicht sowohl flexible Verkabelung im mobilen Einsatz als auch feste Installationen mit sicher verschraubten Verbindungen. Die Positionierung der Anschlüsse innerhalb des Gehäuses trägt dazu bei, dass keine hervorstehenden Elemente sichtbar sind.
Mit Abmessungen von 139 x 1196 x 168 mm und einem Gewicht von 12,2 kg ist die PIA M als schlanker Zeilenlautsprecher ausgeführt, der sich sowohl vertikal montieren als auch in bestehende architektonische Strukturen integrieren lässt. Die klare Geometrie und die reduzierte Formgebung unterstützen dabei Anwendungen, bei denen neben der akustischen Leistung auch die visuelle Integration eine Rolle spielt.
Insgesamt zeichnet sich die PIA M durch ihre variablen akustischen Eigenschaften aus. Die Kombination aus umschaltbarer Tieftoncharakteristik, anpassbarer Hochtonabstrahlung und definierter horizontaler Abdeckung ermöglicht eine gezielte Anpassung an unterschiedliche Beschallungsszenarien, ohne dass zusätzliche Systemkomponenten erforderlich sind





