Yamaha DME3 Signalprozessor für flexibel konfigurierbare Audiosysteme
Der Yamaha DME3 ist ein leistungsfähiger digitaler Signalprozessor mit frei konfigurierbarer Architektur für professionelle Audiosysteme. Das Gerät ermöglicht eine flexible Gestaltung der internen Systemkonfiguration und des Signal-Routings, sodass sich Audio- und Steuerungskomponenten entsprechend den jeweiligen Anforderungen anordnen und konfigurieren lassen. Damit bietet der DME3 eine vielseitige Grundlage für professionelle Audio- und Commercial-Systeme, bei denen eine anpassbare Signalverarbeitung und umfangreiche Steuerungsmöglichkeiten benötigt werden.
Die interne Signalverarbeitung des Yamaha DME3 arbeitet mit Abtastraten von 48 kHz und 96 kHz. Bei 96 kHz beträgt die Latenz vom Eingang zum Ausgang weniger als 3 ms. Für die Konfiguration, Einrichtung und Steuerung stehen verschiedene Komponenten der ProVisionaire-Softwareumgebung zur Verfügung.
Analoge Anschlüsse und flexible I/O-Kanäle
Für analoge Audiosignale bietet der DME3 insgesamt 8 analoge Eingänge und 4 analoge Ausgänge. Zusätzlich stehen 4 flexible I/O-Kanäle zur Verfügung. Diese FLEXIBLE-I/O-Kanäle können jeweils als Eingang oder Ausgang konfiguriert werden und werden ausschließlich für die ausgewählte Funktion verwendet. Dadurch lässt sich die analoge Ein- und Ausgangskonfiguration an die Anforderungen des jeweiligen Audiosystems anpassen.
Die analogen Audioanschlüsse werden über Euroblock-mini-Steckverbinder ausgeführt. Für die analoge I/O-Ausstattung sind vier 12-polige Euroblock-mini-Anschlüsse vorgesehen, die insgesamt 16 dreipolige Anschlüsse bereitstellen.
Dante-Netzwerk-Audio mit 16×16 Kanälen
Ein wesentlicher Bestandteil der digitalen Audioanbindung ist die integrierte Dante-Schnittstelle. Der Yamaha DME3 unterstützt bis zu 16 Dante-Eingangskanäle und 16 Dante-Ausgangskanäle. Die Schnittstelle kann sowohl mit 48 kHz als auch mit 96 kHz betrieben werden und unterstützt eine Bit-Tiefe von 24 Bit oder 32 Bit.
Für die Dante-Verbindung stehen zwei RJ-45-Anschlüsse zur Verfügung, die als PRIMARY und SECONDARY ausgeführt sind. Laut Datenblatt können diese Anschlüsse für Redundanz oder eine Daisy-Chain-Verbindung eingesetzt werden. Zusätzlich besitzt der DME3 einen separaten RJ-45-Netzwerkanschluss für 1000Base-T beziehungsweise 100Base-TX.
Damit kombiniert der Signalprozessor analoge Audioanschlüsse mit einer Dante-Netzwerk-Schnittstelle und ermöglicht eine flexible Einbindung in entsprechend konfigurierte Audiosysteme.
Umfangreiche Funktionen für die Signalverarbeitung
Die frei konfigurierbare Architektur des DME3 ermöglicht eine flexible Gestaltung der internen Signalwege und Verarbeitungsstrukturen. Über die ProVisionaire-Design-Software können Audio- und Steuerungskomponenten frei und flexibel angeordnet sowie interne Parameter an die jeweiligen Systemanforderungen angepasst werden.
Zu den im Datenblatt aufgeführten Audio-Komponenten gehören unter anderem Matrix Mixer, EQ, Delay, Compressor, Gate, Automixer, Speech Privacy und Room Combiner. Zusätzlich sind bereits verschiedene Verarbeitungslösungen integriert. Dazu gehören der Dugan Automixer, ein Acoustic Echo Canceller sowie eine Delay Matrix.
Diese Funktionen ermöglichen es, die Signalverarbeitung innerhalb des Systems gezielt entsprechend der jeweiligen Konfiguration aufzubauen. Der DME3 ist damit nicht auf eine fest vorgegebene Signalstruktur beschränkt, sondern kann über die Software an unterschiedliche Anforderungen eines professionellen Audiosystems angepasst werden.
USB TO HOST und USB TO DEVICE
Für die direkte Verbindung mit einem Computer verfügt der Yamaha DME3 über eine USB-Type-C-Schnittstelle mit USB-2.0-Spezifikation. Der Anschluss USB TO HOST stellt 2 Eingangskanäle und 2 Ausgangskanäle zur Verfügung und arbeitet mit einer Abtastrate von 48 kHz. Der DME3 kann damit als 2-In/2-Out-Audiointerface mit einem Computer verbunden werden.
Eine zweite USB-Type-C-Schnittstelle ist als USB TO DEVICE ausgeführt. Sie dient zum Anschluss eines externen USB-Speichermediums und unterstützt die Wiedergabe von Stereo-WAV- und MP3-Dateien.
Bei WAV-Dateien werden Abtastraten von 44,1 kHz, 48 kHz, 88,2 kHz und 96 kHz sowie Bit-Tiefen von 16 Bit, 24 Bit und 32 Bit unterstützt. Für MP3-Dateien sind Abtastraten von 32 kHz, 44,1 kHz und 48 kHz angegeben. Unterstützte Bitraten reichen von 32 kbps über 64, 128 und 192 kbps bis zu 320 kbps.
Netzwerksteuerung und individuelle Logik
Neben der Audiobearbeitung bietet der DME3 umfangreiche Möglichkeiten zur Steuerung des Systems. Eine Fernsteuerung über das Netzwerk ist mit den Protokollen TCP/IP und OSC möglich. Über den RJ-45-Netzwerkanschluss kann der Signalprozessor mit entsprechender Computer-Software und Drittanbieter-Steuerungssystemen verbunden werden.
Über die External-Event-Funktion können außerdem Drittgeräte über TCP/UDP gesteuert werden. Dadurch kann der DME3 in Steuerungskonzepte eingebunden werden, bei denen nicht nur die interne Audiobearbeitung, sondern auch externe Geräte berücksichtigt werden.
Für komplexere Steuerungsabläufe steht ein Control Layer zur Verfügung. Dieser ermöglicht die Programmierung individueller logischer Sequenzen. Ergänzend können die separat erhältlichen Controller MCP1 und MCP2-US/EU eingesetzt werden. Für eine intuitive Bedienung ist außerdem der separat erhältliche Touchscreen TCD10 vorgesehen. Dieser ermöglicht die Steuerung von ProVisionaire Kiosk auf dem DME-Server über einen Browser.
ProVisionaire Software für Systemdesign und Einrichtung
Für die Planung, Konfiguration und Steuerung des DME3 stehen ProVisionaire Design, ProVisionaire Control PLUS und ProVisionaire Kiosk zur Verfügung. ProVisionaire Design ab Version 3.0 oder höher wird für das Systemdesign und die Konfiguration genannt.
Die Software ermöglicht es, die internen Audio- und Steuerungskomponenten flexibel zu platzieren und die entsprechenden Parameter einzustellen. Dadurch kann die Signalverarbeitung auf die jeweiligen Anforderungen des Audiosystems abgestimmt werden. Neben grundlegenden Audiokomponenten wie EQ, Delay, Compressor und Gate werden auch komplexere Funktionen wie Automixer, Speech Privacy und Room Combiner unterstützt.
Für die Speicherung stehen 1000 Parametersätze und 10.000 Snapshots zur Verfügung. Dadurch können unterschiedliche Systemkonfigurationen beziehungsweise Snapshot-Zustände verwaltet werden.
GPI-Schnittstelle für externe Steuerung
Der DME3 verfügt über eine GPI-Schnittstelle mit 8 GPI-Eingängen und 4 GPI-Ausgängen. Die Anschlüsse werden über einen 16-poligen Euroblock-mini-Steckverbinder bereitgestellt. Dadurch können externe Steuerungssignale in das System eingebunden und entsprechende Steuerungsaufgaben umgesetzt werden.
Zusammen mit der Netzwerksteuerung, dem Control Layer und der External-Event-Funktion stehen damit mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, um den Signalprozessor in ein umfassenderes Steuerungskonzept einzubinden.
Rackmontage und technische Ausstattung
Der Yamaha DME3 ist als 19-Zoll-Rackmount-Signalprozessor mit einer Bauhöhe von 1 HE ausgeführt. Die Abmessungen betragen 480 × 44 × 359 mm. Mit einem Gewicht von 4,0 kg lässt sich das Gerät in entsprechende Rack-Systeme integrieren.
Die Stromversorgung erfolgt über eine universelle AC-Versorgung mit 100 bis 240 V bei 50/60 Hz. Die angegebene Leistungsaufnahme beträgt 60 W, die Wärmeabgabe 52 kcal/h. Zur Kühlung ist ein Lüfter mit variabler Geschwindigkeit integriert, dessen Luftstrom von vorne nach hinten geführt wird.
Der angegebene Betriebstemperaturbereich liegt bei 0 °C bis 40 °C. Für die Lagerung ist ein Temperaturbereich von -20 °C bis 60 °C spezifiziert. Das Gehäuse besteht aus SECC. Die Front ist in Metallic Gray mit einem ungefähren Munsell-Wert von N5 ausgeführt, während die Seiten schwarz lackiert sind.
Fazit
Der Yamaha DME3 verbindet eine frei konfigurierbare digitale Signalverarbeitung mit umfangreichen analogen, digitalen und netzwerkbasierten Anschluss- und Steuerungsmöglichkeiten. Zu den zentralen Merkmalen gehören 8 analoge Eingänge, 4 analoge Ausgänge, 4 flexible I/O-Kanäle sowie eine Dante-Schnittstelle mit 16 Eingangs- und 16 Ausgangskanälen bei 48 kHz oder 96 kHz. Ergänzt wird die Ausstattung durch USB TO HOST als 2-In/2-Out-Audiointerface, USB TO DEVICE für die Wiedergabe von WAV- und MP3-Dateien sowie integrierte Funktionen wie Dugan Automixer, Acoustic Echo Canceller und Delay Matrix.
Durch ProVisionaire Design, ProVisionaire Control PLUS und ProVisionaire Kiosk lässt sich das System konfigurieren und steuern. Netzwerksteuerung über TCP/IP und OSC, die External-Event-Funktion für Drittgeräte sowie der Control Layer für individuelle logische Abläufe erweitern die Integrationsmöglichkeiten. Mit seiner 1-HE-Rackbauweise, der flexiblen I/O-Konfiguration und den umfangreichen Signalverarbeitungs- und Steuerungsfunktionen ist der DME3 auf die individuelle Konfiguration professioneller Audio- und Commercial-Systeme ausgelegt.












